Technology La Finezza

Wie verbessert man einen bereits sehr guten Vorverstärker?

Eine sicherlich nicht einfache Aufgabe. Die Antwort darauf ist daher genauso komplex wie die etwas umfangreichere Erklärung, warum die La Finezza IR weit über ihre Preisklasse hinaus klangliche Maßstäbe setzt. Und ja, jetzt wird es teilweise technisch. Viel Spaß dabei!

Versorgung

Besonderes Augenmerk wurde auf die Spannungsversorgung der Baugruppen und auf das Design der Platine gelegt. Daher wurde jeder Baugruppe eine eigene Spannungsversorgung mit einer weiteren Stabilisierung (10000 yF Siebung) zugewiesen. Die Spannung des ausgelagerten Netzteils wird im Vorverstärker gefiltert (zwei Elkos a je 10000 yF - stromkompensierte Drossel - wieder zwei Elkos a je 10000 yF), sodass etwaige unerwünschte Artefakte keinerlei Chancen haben, ins Musiksignal zu „vagabundieren“.      

Layout

Die Leiterplatte ist ein nicht zu unterschätzendes Element eines Verstärkers. Die Masseführung sollte idealerweise so gewählt werden, dass keine Ausgleichsströme fließen können, die den Bezugspunkt für das Eingangs- und das Ausgangssignal verschieben - im schlimmsten Fall führt das zu einem Brummen im Lautsprecher. Bei dem Aufbau der La Finezza wurde auf möglichst kurze und gleich lange Signalwege geachtet.

Wie sauber ein Verstärker arbeitet, wie tief man ins musikalische Geschehen hinein hören kann, ist wesentlich durch das Fehlen von Überlagerungen auf dem Musiksignal bestimmt. Viel Kupfer (Querschnitt) hilft hier viel. Aus diesem Grund ist die doppelseitige Platine dieses Vorverstärkers beidseitig mit 75ym Kupfer aufgebaut. Um unerwünschte Potentialunterschiede zu vermeiden, wurden alle wesentlichen stromführenden Leitungen, sowohl auf der Unter- als auch auf der Oberseite geführt. Das hält den Querschnitt der Leiterbahnen möglichst groß.

Aufbau und Bauteile

Im Eingang der La Finezza filtert eine RC-Kombination mit einer Grenzfrequenz von ca. 600 kHz unerwünschte Hochfrequente Anteile heraus. Allen sechs Eingängen folgt ein Buffer - diese Funktion übernimmt das hervorragende IC von National Audio des Typs LM 49720. Die Verstärkerstufe arbeitet direkt am Eingang als Impedanzwandler. Somit wird den nachfolgenden Bauelementen ein niederohmiges Signal zur Verfügung gestellt.

Die Signalumschaltung erfolgt per Relais, die direkt an den Ausgängen der Buffer angeordnet sind. Kurze Signalwege und niederohmige Schalter garantieren ein unglaublich stabiles Klangbild.

Die frontseitigen Wahlschalter steuern Relais an (Takamisawa gasdicht), die ihrerseits die Signale der Quellgeräte weiterleiten. Auch die Hinterbandfunktionen sowie die Mono- und Mutefunktion werden mit diesen Relais realisiert. Die Signale der Fernbedienung werden von einem RC8 Prozessor von Glyn verarbeitet; dieser Prozessor steuert gleichfalls das Alps Motorpotentiometer an.