Das SAC Gästebuch

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Ihre Meinung ist uns wichtig

Hallo Herr Schäfer,

inzwischen hatte ich Gelegenheit intensiver in das Thema "Il Piccolo" einzusteigen. Leider war die Zeit in der letzten Woche so knapp, dass ich erst jetzt dazu komme, Ihnen zu antworten und meine Erfahrungen mitzuteilen.
Ich habe fast ein schlechtes Gewissen es zu schreiben, aber momentan bin ich etwas zwiegespalten... Einerseits ist es absolut faszinierend wie präzise und v.a. auflösend die Il Piccolo zu Werke gehen,
andererseits ist genau dies ein wenig das Problem/mein Problem. In Kombination mit der sehr detailreich aufspielenden Naim 272-Vorstufe und den Dali Rubicon 5 mit Bändchenhochtönern ist es gerade "oben
herum" ein wenig zu viel des Guten, fast schon "nervös". Und "untenherum" ist es je nach Musik ein wenig mau. Ich habe mich bisher immer relativ gut beim Musikhören entspannen können, womit ich mich
jetzt fast ein wenig schwer tue. Übrigens ein Phänomen, was mir mit den 2016er Igeln nicht so sehr aufgefallen ist und bei den 150ern absolut zu vernachlässigen ist. Wobei ich im direkten Vergleich Il Piccolo und 150er die von Ihnen so genannte 90er-Jahre Abstimmung bei letzteren nachvollziehen kann. Aber in der jetzigen Kette passt es fast besser...

...das ist meine Empfindung, wie ich sie ursprünglich schreiben wollte.

Jetzt habe ich aber gestern gedacht, hörst Du einfach schnell noch einmal in die Il Piccolo rein (eigentlich schon ein Widerspruch in sich), bevor Du die Email abschickst... Und was soll ich sagen, das Klangbild war voller, wesentlich entspannter, die Höhen toll aufgelöst aber in keinster Weise aufdringlich oder anstrengend. Ich habe für eine gewisse Zeit die Welt nicht mehr verstanden, aber der Unterschied zu den bisherigen Hörsitzungen war frappierend. Insbesondere "Problemmusik", sprich ältere Aufnahmen, die gerne wenig Bass und zu viel Höhen hatten, waren sehr harmonisch - wenngleich sie ihr Ursprungsjahr nicht verleugnen können. Witzigerweise ging es meiner besseren Hälfte genauso, obgleich sie die "nervösen" Höhen auch nicht so gestört haben. Wir haben es intensiv genossen, in alle uns sehr gut bekannten Stücke hereinzuhören- und es gab definitiv nichts auszusetzen. Es hat einfach unglaublich Spaß gemacht. Die spannende Frage ist, was war anders. "Einfach mal schnell reinhören" bedeutete, die Il Piccolo holen, auf den Boden stellen, verkabeln und loslegen. Sie sind dieses mal nicht im Schränkchen/Regal gelandet... Es scheint tatsächlich das Regal gewesen zu sein, was zu den hypernervösen Höhen und dem etwas wenig ausgefüllten
Tieftonbereich geführt hat... Reproduzierbar durch nochmaliges Umsetzen der Il Piccolo ins Regal... Absolut verrückt. Ich glaube nicht an Voodoo, aber was das Material des Regals angeht, scheint Ikea definitiv nicht die erste Wahl für absoluten Hörgenuss zu sein. Gut, das da momentan etwas hochwertiges in Arbeit ist...

Mit freundlichen und verblüfften Grüßen aus Erlangen

Tobias Gerke

PS: Nebenbei bemerkt, das "Einschaltknacken" in den Lautsprechern z.B.
empfinde ich überhaupt nicht störend.

Kommentar von Tobias Gerke

Hallo Herr Gerke,

über ihre Beschreibung habe ich mich besonders gefreut. Sie zeigen anschaulich auf, dass die Reproduktion der Musik von sehr vielen Parametern abhängig ist.
Wir werden in der Zukunft die Absorber von bfly-audio verbauen, um eine solche Rückkopplung der Schallenergie auf die Verstärker zu minimieren.

Antwort von Admin

Hallo Herr Schäfer,

Während der kurzen Abwesenheit meines Vorverstärkers hatte ich den Cambridge DAC 851D direkt mit den Igel 60 verbunden.
Der Cambridge hat eine feine digitale Lautstärkeregelung, von daher war es kein Problem. Leider empfand ich das Klangbild
vergleichsweise als hart und steril, ohne Atmosphäre und Leben, und sogar hinsichtlich der Raumabbildung weniger präzise
und klar definiert. Gehört habe ich dazu den TEAC VRDS 25x und den Denon CD1490 über Cinch digital verbunden.
In den 90ern hatte ich mal den Denon DCD 1490 (CD-Player) direkt an der harman kardon Citation 24 über den regelbaren
Ausgang verbunden. Das erschien mir klanglich damals besser als über einen Vorverstärker - war damals der Denon
PRA 1500. Deswegen hatte ich erwartet, dass der Cambridge-Wandler direkt an den Endstufen ein hervorragendes Klangbild
produzieren würde. Das vergesse ich ganz schnell wieder, mag ich so gar nicht.

Ich finde diese Beobachtungen besonders interessant, weil in all der Zeit immer die selben Lautsprecher im Einsatz waren,
eben die Bajazzo von Klaus Methner (kleine 2,5 Wege Standbox), und immer dann, wenn "hinten dran" tatsächlich etwas
verbessert wurde, kam das auch "vorne" entsprechend raus. Ich kenne auch einen Teil seiner jüngeren Konstruktionen, und
mag mir gar nicht vorstellen, was klanglich noch möglich wäre. Zumal ich mir eine Steigerung tatsächlich eigentlich nicht
vorstellen kann. Er hat auch immer wieder mit "noch mehr Feinheit" im Klangbild überraschen können, obwohl ich "vor-
her" schon klanglich nichts vermisst hatte. Offensichtlich muss immer erst allgemein eine klangliche Stimmigkeit / Ausge-
wogenheit erreicht werden, die man dann in den Details verfeinert. Ich störe mich bei fremden Klangbildern sofort an evtl.
vorhandenen Tief-/Hochtonlastigkeiten, oder auch entspr. Schwächen, und im Gegenteil stört mich ein fehlender Tiefgang
erst mal nicht. Die Bajazzo alleine spielen für mich schon quasi perfekt, den fehlenden Tiefton ergänzt seit langem ein
aktiver Subwoofer von heco, den ich auch schon vor ewig langer Zeit damals noch in Glashütten im Taunus "aufgeprezelt"
bekam. Irgendwas war nicht i.O., und man hat mir die kpl. Elektronik gegen eine neue letzte vom Lager getauscht. Das
Teil heißt, glaube ich, Sub 1000 (steht hinten drauf, komme ich aber nicht ran).

Sowas, und ebenso Ihr Beispiel, ist schlicht völlig undenkbar bei den allemeisten Hifi-Herstellern, falls man überhaupt
herstellereigenen Service bekommen kann.
Mich fasziniert so eine simple hilfsbereite und auf Gegenseitigkeit und letztendlich Treue basierende Kommunikation
zwischen Kunden und Herstellern. Es kann ja nicht immer "nur" um den schnöden Mammon gehen, der definitiv
nicht glücklich machen kann, dafür stehen andere Werte.

Einen schönen Sonntag und weiterhin Erfolg wünsche ich Ihnen.

Gruß
Wolfgang Roßbach

Kommentar von Wolfgang Roßbach

Hallo Herr Schäfer,
Die neuen Igel haben einen enormen "Hubraum" :-). Jetzt kann ich mit meiner Kette auch leise super hören. Die Bühne ist breiter und etwas tiefer (meine kleinen 2-Wege Lautsprecher kann ich leider nur recht wandnah betreiben - dies könnte die schon immer etwas schwächere Tiefe verursachen). In meinem Setup werden die Igel noch über einen Hochpass im Nubert Sub gefiltert. Ein Test mit den Igeln direkt an der La Finezza steht noch aus.
Ich bin echt glücklich mit den neuen Igeln! - wirklich eine andere Klasse. Tolle Entwicklung!

Beste Grüße,

Ralph Koch

Kommentar von Ralph Koch

Johannes
Jansen
jansenjohannes@web.de
Kabel an IGEL 60
Hallo,
nur als Info: Ich habe wg. Ihres Hinweises auf SommerCable verschiedene Kabel dieses Herstellers an meinen IGEL 60 getestet. Nachdem ich über Jahre nie so richtig glücklich mit den Kabeln war (zig auch sehr teuere Varianten probiert und auch über längere Zeit genutzt, auch Ihre rote geflochtene), habe ich jetzt mit dem SommerCable Dual Blue mein Traumkabel gefunden/die Monoendstufen klingen damit phantastisch (kein spontaner Eindruck, sondern vom ersten Hören an bis jetzt über drei Monate unverändert, unabhängig von Musikrichtung, ob alte Mono-Klavieraufnahmen bis hin zu Punk, Jazz, Opern etc., immer wieder erstaunt, wenn ich Aufnahmen nach Monaten mal wieder auflege, die ich an dem Kable noch nicht gehört hatte). Gilt auch für SommerCable Orbit (4mm). Boxen: Sonus Faber Grand Piano Domus.

MfG
Jansen

Kommentar von Johannes Jansen

Die Igel 2016 haben wir, meine Freundin ("die Kritische") und ich, inzwischen testen können und müssen beide sagen: Chapeau! Was an Musikalität und auch Präzision aus "den Kleinen" herauskommt, hat uns wirklich positiv überrascht. Bei der ersten Inbetriebnahme waren wir zunächst ein wenig skeptisch und enttäuscht, weil doch das eine oder andere Detail in der Musik zu fehlen schien. Auch der Bass war nicht so "knackig" wie wir es gewohnt waren. Wir haben die Igel dann einfach im Hintergrund einmal "warm" laufen lassen und die gleichen Lieder nach drei bis vier Stunden noch einmal gehört. Und das war beeindruckend! Wir hätten beinahe gesagt, da steht eine vollkommen andere Endstufe, wenn wir es nicht besser gewußt hätten. Ich möchte nicht darüber nachdenken, was noch möglich ist, wenn sie komplett eingespielt sind... Zumindest haben wir diese Erfahrung auch mit den 150ern nach dem Update gemacht. Die Igel sind durchaus eine spannende und aktuelle Alternative zu den 150ern. Meine Freundin und ich waren uns einig, wenn wir die von Anfang an in unserer Kette gehabt hätten (ohne den Vergleich mit den 150ern), gefehlt hätte uns definitiv nichts! ...und wir hätten viel Spaß gehabt beim Musikhören!
Aber vielleicht müssen wir in Zukunft noch einmal über ein "Upgrade" auf eine "größere" aktuelle Endstufe sprechen...

Kommentar von Tobias Gerke